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Roadworks
Multimediale Inszenierung des autobiographischen Romans 'On the Road' vom Beatnikautor Jack Kerouac. Rote Fabrik. Zürich 1996.
Das Lesestück 'Roadworks' wird als multimediale Inszenierung präsentiert.

Beschreibung | Lesestück | Presseecho

Roadworks

Erzählerin: Charlotte Joss
Sprecher: Daniel Kasztura
Gesangsimprovisation: David Thorner
Ton und Performance: Gido Dietrich
Licht und Technik: Hans X. Hagen
Text, Bildregie und Diaprojektion: Heinz Nigg
Bildgestaltung: Albert America
Dramaturgie und Inszenierung: Kristian Krone
Produktion: Nigg + Krone
Unterstützung: Stadt und Kanton Zürich, Pro Helvetia, Genossenschaft Migros Zürich

Bin zappelig
bei dem Gedanken
was vor mir liegt

Wir gehen durch die nächtlichen Strassen
Luft weich
Sterne schön

... und die Verheissungen
jedes kopfsteingepflästerten Gässchens
so gross
dass ich zu träumen meine

Ich liebe Liebe
sagt Terry
ihre Augen schliessend

Schweigen
Süsse Gedanken
der Erwartung

Die Leute quellen in die Kellerräume
der nahen Heizung über
In jeder Ecke
auf jedem Bett
und auf jedem Sofa
ist etwas los

Wir sind entzückt
Wir alle erkennen
dass wir Verwirrung und Unsinn
hinter uns lassen
und die einzige edle Funktion unserer Zeit erfüllen:
in Bewegung sein

Die einzigen Menschen sind für mich die Verrückten
Die verrückt danach sind
zu leben
Das Universum ist crazy
und schielt

Er kann kaum ein Wort herausbringen
so aufgeregt ist er über die Tatsache
dass er lebt


Zum Lesestück Roadworks

Jack Kerouac's Roman 'On the Road' ('Unterwegs') war in den 50er Jahren das literarische Manifest der amerikanischen Nachkriegsjugend, die sich inmitten der "schlechtesten der Welten" zum "glücklichen Leben" bekannte und damit die ehrbaren Bürger schockierte. Tempo, Jazz, Marihuana, Sex und Freiheit waren die Zauberwörter der 'Beatniks', die sich einem rauscherfüllten Dasein hingaben. Ihre Fahrten im Wagen durch die Weiten ihres Landes lassen ein Amerika jenseits der Postkartenclichés entdecken.

Das von Heinz Nigg verfasste Lesestück 'Roadworks' ist eine freie Nachdichtung der Romanvorlage in Versform. Unter Einbezug von historischem Quellenmaterial und durch die Einführung einer weiblichen Erzählfigur wurde die Romanvorlage verfremdet und parodiert, um eine Neuinterpretation der Freiheitsmythen der Beatniks zu ermöglichen.

Die Beatrebellen und nach ihnen die Hippies standen nicht einfach in Opposition zum American Way of Life sondern trugen mit ihrem Mobilitätskult und anarchischem Individualismus dazu bei, das heutige Bild von den USA als Ursprungsland des Roadmovie und dem damit assoziierten Lebensstil vom ungebundenen Unterwegssein mitzuprägen. Dass die Beatniks trotz der Kommerzialisung des von ihnen geschaffenen Mythos durch Zigarettenreklame und Modesbusiness auch auf die heutige Generation eine subversive Faszination ausüben, ist vorallem ihrer Literatur zu verdanken. Sie legt bis heute Zeugnis ab für das brennende Bedürfnis einer jeden jungen Generation, sich einem Leben im Hier und Jetzt zu verschreiben.

'Roadworks' ist eine Hommage an den in New York lebenden Beatpoeten Allen Ginsberg.

Quellen: Jack Kerouac. On the Road. New York 1957
Deutsche Übersetzung: Jack Kerouac. Unterwegs. Hamburg 1968
Carolyn Cassady. Off the Road. My years with Cassady, Ginsberg and Kerouac. New York 1990

Beschreibung | Lesestück | Presseecho

Presseecho

Züri-Tip (Erika Wittwer): "Einst war Jack Kerouacs Roman Unterwegs ein Kultbuch. Heute liegt er in den Buchhandlungen wieder auf und wird gelesen. Heinz Nigg, Jahrgang 1949, Ethnologe und Videoschaffender, schrieb eine Nachdichtung. (...) Meine Generation. Verrückt. Unterwegs. Verrückt nach Leben. Frei. Auf der Suche nach dem ultimativen Kick. Wie Kerzen brennend. Absolut. So waren die Helden der Beatniks. Jung und in Amerika. So stellten wir uns in unserer Kleinstadt, in der tiefsten Provinz, zu Beginn der 70er Jahre das Leben vor. Wir verehrten Janis Joplin und Jim Morrison. Before I sink / into the big sleep / I want to hear / the scream / of the butterfly - der Song der Doors war ein Glaubensbekenntnis. Wie unsere Eltern wollten wir auf keinen Fall werden. (...) Roadworks heisst nun Heinz Niggs freie Nachdichtung von Kerouacs Roman. Ein Lesestück, das multimedial inszeniert mit Diaprojektion, Gesangsimprovisation, Sprecher und Erzählerin daherkommt (Regie Kristian Krone)."

DAZ (Annegret Mathari): "Roadworks ist ein unterhaltsames Lesestück, das als multimediale Inszenierung präsentiert wird. Ton- und Bildmontage verfremden jeweils das Erzählte oder klischieren es, beispielsweise mittels Hufgetrappel zum Stichwort 'Denver'. Sal, alias Kerouac, und Dean sind die Protagonisten, die kreuz und quer durch die USA reisen, sich besaufen, herumhängen, Frauen aufreissen oder sich gegenseitig eine Frau "besorgen". Dramatischer Höhepunkt bildet die Trennung von Dean und seiner Frau Camille. Die Parodierung der beziehungsunfähigen Männer, die sich auf Kosten anderer, vor allem der Frauen, vergnügen und sich dennoch leer fühlen, ist gelungen: insbesondere auch durch die Figur des Typen, der während der Handlung mit Wasser herumplantscht und seinen Teddybären badet."

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