AV_Logo AV-Produktionen | Heinz Nigg

AV-Produktionen > Roadworks > Lesestück > 3. Teil

Roadworks
Multimediale Inszenierung einer Nachdichtung des Romans 'Unterwegs' von Jack Kerouac

Lesestück
Roadworks Prolog | Roadworks 1.Teil | Roadworks 2.Teil | zurück zu Roadworks

DRITTER TEIL: DER WAGEN FÄHRT WEITER - MIT ÄCHZENDEM GETRIEBE

Auf Grund stossen. Die Metapher vom Leben als ewigem Kreislauf durchzieht den ganzen dritten Teil: Kreislauf der Generationen, Kreislauf der sozialen Klassen (arm bleibt arm, Kleinbürger bleibt Kleinbürger). Das Unterwegssein in seiner ganzen schillernden Ambivalenz: Vertiefung der Freundschaft zwischen Dean und Sal durchs gemeinsame Herumziehen und Aufbruch als Flucht vor den eigenen Problemen. Sich absetzen von einer langweiligen kleinbürgerlichen Existenz und in der Gosse landen. Abstürze und Suche nach einem Lebenssinn.
In der Umsetzung Rückkehr zur epischen Form. Ähnlichkeiten zum Ersten Teil, aber traurig, ernüchtert. Entsprechungen zum Anfang des Stücks auch in der Umsetzung (Konzentration auf das Hören, Lesesituation; dann Aufbruch, aber gebrochen). Die Bilder werden nicht mehr deutlich voneinander getrennt, sondern gehen ineinander über. Rückkehr vom O-Ton zum Sampling. Auf der nonverbalen Ebene setzt das Schlusslied bereits während dem 5. Bild ein.

1. Bild (1 Min. 10 Sek.)
Dean und Sal suchen Trost bei einem alten Freund und philosophieren beim Bier über die "ideale sanfte Frau"
Stimmung:
Zerknirscht und trotziges Männergespräch
Mediale Inszenierung:
Erzählerin: Radiohörspielsituation wie im Prolog
Sal und Dean:
Projektion: stehendes Bild (z.B. schlafende Frau)
Ton: Off-Ton Solo, dann Stimme der Erzählerin aus dem Radio
Licht: Nach und nach Spots auf Radio, Sal und Dean

Erzählerin (aus dem Radio):

Dean und Sal
bleiben im Laufe des späteren Abends
in einer Bar
bei ihrem Freund Walter hängen
Er lädt sie zu sich nach Hause ein
zu einer Flasche Bier
Er wohnt in einer Mietskaserne
Die einzige Beleuchtung in der Wohnung
ist eine Glühbirne über dem Ehebett
Sie müssen auf einen Sessel steigen
und die Birne herausschrauben
während Walters Frau
lächelnd daliegt
Sie ist etwa fünfzehn Jahre älter als Walter
und die sanfteste Frau der Welt

Sal:

Sie fragt Walter nie
wo er gewesen ist
oder wie spät es sei
nichts

Dean:

Mensch,
so sieht die richtige Frau aus
Niemals ein böses Wort
Nie eine Klage
oder verändertes Wesen
Ihr Alter kann zu jeder Nachtstunde
mit wem immer heimkommen
und in der Küche tratschen
und Bier trinken
und weggehen
wann es ihm passt
Das ist ein Mann
Und diese Wohnung
ist seine Burg


2. Bild (4 Min. 30 Sek.)
Sal und Dean unterwegs per Anhalter. Austausch von Kindheitsserinnerungen: Wie Dean mit seinem Vater mit Fliegenklappen hausieren ging, und der ganze Erlös vom Vater im Suff verschleudert wurde. Werden Sal und Dean als Taugenichtse enden? Dean: Hauptsache wir kennen uns mit der Zeit aus. Dann lästert Dean über zwei spiessige Geschäftsleute, von denen sie im Auto mitgenommen werden.
Stimmung:
Verlangsamter Aufbruch. Dean erkennt sich wieder im Teufelskreis vom Auf und Ab seines Vaters und steht kompromisslos zu seinem Freiheitsdrang.
Mediale Inszenierung:
Erzählerin, Dean und Sal: Die Freunde beieinander, bewegt
Projektion: Unterwegs-Bilder (wie in Erster Teil 1. Bild)
Ton: Off- und On-Ton (wie in Erster Teil 1. Bild)
Licht: Einzelspots

Erzählerin:

Und so hauten Dean und Sal ab
Richtung Osten

Sie wurden in einem teuren Wagen
von zwei wohlhabenden Geschäftsleuten
gegen Bezahlung
bis nach Chicago mitgenommen
Dann
fing Sal
zu reden an

Sal:

Als Kind
bildete ich mir
beim Fahren im Auto ein
ich hätte eine grosse Sichel
in der Hand
und mähte
die Bäume
die Pfähle nieder
und schnitt sogar
alle Hügel ab
die am Fenster
vorbeisausten

Dean:

Ja, ja
Ich hab das auch getan
Nur mit einer anderen Sichel
Ich sage dir warum -
Mensch
JETZT
Ich hab ES! -
Ich muss dir von der Zeit erzählen
als mein Vater und ich
und ein bettelarmer Landstreicher
von der Larimer Street in Denver
mitten in der Grossen Krise
einen Trip nach Nebraska unternahmen
um Fliegenklappen zu verkaufen

Wie wir die gemacht haben?
Wir kauften gewöhnliches
einfaches
altes Drahtnetz
und Stücke Draht
die wir doppelt zusammendrehten
Kleine Reste
von blauem und rotem Stoff
wurden um den Rand genäht
und das Ganze für ein paar Cents abgesetzt
Wir machten Tausende von Fliegenklappen
und nahmen die alte Wackelkiste
vom befreundeten Landstreicher
und fuhren in ganz Nebraska herum
Zu jedem Bauernhof
Die Leute gaben noch Almosen dazu:
für den Knaben mit den beiden Landstreichern

Und, Mensch
nun hör dir das an
Nach zwei unglaublich anstrengenden Wochen
und dem Herumspringen
und Hausieren
in der Hitze
um diese schrecklichen
dilettantischen Fliegenklappen
zu verkaufen
Fingen die beiden alten Herren
wegen der Verteilung des Erlöses
zu streiten an
Und es kam zu einer wüsten Schlägerei
am Strassenrand

Und dann söhnten sie sich wieder aus
und kauften Wein
und fingen an
den Wein zu saufen
während ich zusammengekauert
und weinend
zusah
Und als sie endlich Schluss machten
war der letzte Cent ausgegeben
Und wir waren wieder da
wo wir angefangen hatten -
in Larimer Street

Mein Dad wurde verhaftet
Ich musste vor Gericht
beim Richter plädieren
damit er ihn laufen liess
Weil er mein Dad war
und ich keine Mutter hatte
Sal, ich hielt
grosse
reife
Reden
im Alter von acht Jahren
vor neugierigen Anwälten

Sal:

Meinst du
wir werden als alte Taugenichtse enden?

Dean:

Warum nicht, Mensch?
Natürlich werden wir
wenn wir es wollen

Ich will dir mal was sagen
Sal
Ganz offen:
Egal wo ich lebe
mein Koffer lugt immer unter dem Bett hervor
Ich bin bereit
wegzugehen
oder hinausgeworfen zu werden
Ich habe beschlossen
alles aus den Händen zu geben
DU hast mich gesehen
wie ich mich bemüht
und kaputt gemacht habe
um ES zu erreichen
Und DU weisst
dass es darauf gar nicht ankommt

Die Hauptsache ist
dass wir uns mit der ZEIT auskennen
Wie man sie langsamer macht
und zu Fuss geht
und sich amüsiert
Sich ganz einfach auf altmodische Weise
amüsiert
Mal kommt man ans Spiel
Mal kommt man zum Stich
Was will man mehr?
WIR wissen Bescheid



3. Bild (3 Min.)
Weiter unterwegs im Bus. Sal beginnt eine Unterhaltung über Gott und die Welt mit einer jungen Frau vom Land. Sie erwartet nichts Spektakuläres von ihrem Leben und Sal nervt sich über ihre Einfältigkeit: Sie ist achtzehn und sehr lieblich und verloren.
Stimmung:
Unschuld und Beschränktheit, die Melancholie des provinziellen Nestes
Mediale Inszenierung:
Erzählerin und Sal: Lesesituation mit einzelnen Direktheiten
Projektion: vgl. Bildscript
Ton: -
Licht: Spots auf Erzählerin und Sal

Erzählerin:

In Chicago mussten Dean und Sal nun sehen
wie sie weiterkamen
Das Geld wurde schon knapp
Sie nahmen einen Bus nach Detroit
Von der langen Reise erschöpft
schlief Dean sofort ein
während der Bus
durch den Staat Michigan rollte

Sal begann eine Unterhaltung
mit einer auffallend schönen jungen Frau vom Land
die eine tief ausgeschnittene Baumwollbluse trug
die die schöne Sonnenbräune
ihrer Brustansätze enthüllte
Sie spach von den Abenden
auf dem Lande
wenn sie auf der Veranda Popcorn macht

Sal:

Früher hätte mich das froh gemacht
Aber weil ihr eigenes Herz nicht froh ist
als sie es sagt
weiss ich
dass es nichts darin gibt
als den Gedanken an das
was sich schickt

Und was treibst Du sonst zur Unterhaltung?

Pause

Sal:

Was willst Du vom Leben?

Erzählerin (als junge Frau vom Land):

Eine Arbeit finden
Ins Kino gehen
Auf Sommerurlaub zu meiner Grossmutter

Und ich wünsche mir
einmal nach New York zu fahren
und das Roxy zu besuchen!
Dann würde ich mir das anziehen
was ich letzte Ostern anhatte:
Den weissen Hut!
Die Rosen!
Die rosa Pumps!
und meinen lavendelfarbenen Gabardinemantel!

Sal:

Was machst Du denn an Sonntagnachmittagen?

Erzählerin (als junge Frau vom Land):

Ich sitze auf der Veranda
Die Boys kommen auf dem Fahrrad vorbei
halten an
wechseln ein paar Worte
Ich lese Comics-Beilagen
und strecke mich in der Hängematte

Sal

Und was tust Du an einem warmen Sommerabend?

Erzählerin (als junge Frau vom Land):

Ich sitze auf der Veranda
Ich beobachtet die Wagen auf der Strasse
Ich und meine Mutter machen Popcorn

Sal:

Was macht Dein Vater an einem Sommerabend?

Erzählerin (als junge Frau vom Land):

Er arbeitet
Er hat Nachtschicht in der Kesselfabrik

Sal:

Was macht Dein Bruder an einem Sommerabend?

Erzählerin (als junge Frau vom Land):

Er fährt auf seinem Fahrrad
in der Gegend herum
Er lungert vor dem Eissalon herum

Sal:

Was möchte er wohl gerne tun?
Was möchten wir alle gerne tun?
Was wünschen wir uns?
Sie weiss es nicht
Sie gähnt
Sie wird schläfrig
Es ist zuviel
Niemand weis es
Niemand würde es je wissen
Es ist alles vorbei
Sie ist achtzehn
und sehr lieblich
und verloren



4. Bild (3 Min. 40 Sek.)
Die "Detroit-Depression": Sal und Dean hauen sich eine lange Nacht in einem schäbigen Kino in Detroit um die Ohren und Sal philosophiert über das Glücklichsein im Kehricht seines Lebens.
Stimmung:
Verlorenheit, Armut und Dreck in einer Traumwelt von singenden Cowboys und 1001 Nacht.
Mediale Inszenierung:
Erzählerin und Sal:
Projektion: Video, stehendes Dia
Ton: Filmmusik-Fetzen
Licht: Spot auf Erzählerin, am Schluss auf Sal

Erzählerin:

Dean und Sal
stolpern in Detroit aus dem Bus
abgerissen und schmutzig
als hätten sie von Heuschrecken gelebt

Sie beschliessen in den Nachtkinos
in Detroits Skid Row
die ganze Nacht aufzubleiben
Für einen Park ist es zu kalt

Für fünfunddreissig Cents pro Person
gehen sie in ein schäbiges Kino
und setzen sich auf den Balkon
bis zum Morgen

Die Leute in diesem Kino
sind das Letzte

Vom Leben geschlagene Schwarze
die auf ein Gerücht hin
aus Alabama gekommen sind
um in einer Autofabrik zu arbeiten
Alte weisse Taugenichtse
Junge langhaarige Strichjungen
die das Ende des Weges erreicht haben
und Wein trinken
Huren
Gewöhnliche Ehepaare und Hausfrauen
die nichts zu tun
und nirgendwo hinzugehen haben
Und niemanden
an den sie glauben können

Der Film zeigt einen singenden Cowboy
und sein tapferes weisses Pferd
Das ist Nummer eins
Nummer zwei des Doppelprogramms
ist ein Film über Istanbul


Sie sehen beide Filme im Laufe der Nacht
sechsmal
Sie sehen sie wach
Sie hören sie im Schlaf
Sie spüren sie im Traum
Und als der Morgen kommt
sind sie völlig durchdrungen
von dem fremden grauen Mythos
des Westens
und dem unheimlichen dunklen Mythos
des Ostens

Die Leute schlürfen aus Flaschen
und drehen sich um
und halten im dunklen Kino Ausschau
nach etwas
das sie tun könnten
nach jemandem
zu dem sie sprechen könnten
In den vorderen Reihen
herrscht eine schuldbewusste Ruhe
Niemand spricht

In der grauen Dämmerung
die sich geisterhaft
um die Fenster des Kinos schiebt
und seine Dachrinnen umfängt
schläft Sal mit dem Kopf
auf der hölzernen Armlehne
als sechs Kinoangestellte
mit all dem zusammengefegten Kehricht
der Nacht
auf ihn zukommen
und einen riesigen staubigen Haufen produzieren
der ihm in die Nase steigt
bis sie beinahe auch ihn wegfegen

Sal:

All die Kippen
Flaschen
Zündholzschachteln
das Mitgebrachte
und Weggeworfene
waren in diesem Haufen zusammengekehrt

Hätten sie mich mitgenommen
Dean hätte mich nie wiedergesehen
Er hätte die gesamten Vereinigten Staaten
durchstreifen
und in jeden Abfalleimer von Küste zu Küste
hineinsehen müssen
bevor er mich embryonal zusammengerollt
unter dem Kehricht meines Lebens
seines Lebens
und des Lebens aller
die es angeht oder nicht angeht
aufgestöbert hätte

Was würde ich aus meinem Kehrichtschoss
zu ihm gesagt haben?
Stör mich nicht, Mensch
Ich bin glücklich wo ich bin
Du hast mich eines Nachts in Detroit
im Jahre neuzehnhundertneunundvierzig
verloren
Was für ein Recht hast du
herzukommen
und mich in diesem üblen Blecheimer
aus meinen Träumen zu stören?



5. Bild (1 Min. 30 Sek.)
Heimkehr zu Sal's Tante in New York. Wie zwei übermütige grosse Jungen spielen Dean und Sal Fangball auf dem "Gehsteig des Lebens". Sal's Tante hält Dean eine schrägheitere Moralpredigt. Er solle verheiratet bleiben und gut zu seinen Kindern schauen. Nachricht aus Denver: Ed Dunkel ist zu seiner Frau Galatea zurückgekehrt. Dem Brief beigelegt sind Fotos, die er vor seiner Abreise in San Francisco vom neuen Baby von Dean und Camille gemacht hat
Stimmung:
Heiter und optimistisch wie in Thornton Wilders 'Our Town', der ewige Lebenskreislauf, Happy End- und Unschulds-Sehnsucht, alle Sorgen sind wie verschwunden, unterschwellig bleibt jedoch das Chaos gegenwärtig.
Mediale Inszenierung:
Erzählerin, Sal's Tante, Sal und Dean:
Projektion: Fotoalbum
Ton: Von weit weg
Licht: Konzentration auf einen Tisch, wo alle drei Akteure/in sitzen.

Erzählerin:

Dann betreten sie an einem frühen Morgen
die grosse und endgültige Stadt Amerikas, New York
Andern Tags
heller Sonnenschein
Sal und Dean
übermütig auf dem Weg nach Hause zu Sal
zur Wohnung seiner Tante

Unterwegs spielen sie Fangball
Vom Gehsteig über die Strasse
Sie versuchen spezielle Fänge
Springen über Büsche
und knapp an Masten vorbei
Wenn ein Wagen kommt
läuft Sal neben ihm her
und wirft den Ball knapp
hinter der verschwindenden Stossstange
zu Dean
Dieser schiesst voran
und fängt den Ball
und wirft ihn Sal zurück
damit er den Ball auf der anderen Seite
eines geparkten Wagens wieder fangen kann

Sal:

Wieder im Haus
nimmt Dean seine Brieftasche hervor
räuspert sich
und überreicht meiner Tante fünfzehn Dollar
die er ihr schuldet
weil er mit ihrem Wagen
wegen Schnellfahren
eine Busse gekriegt hatte

Sie ist überrascht und erfreut
Und wir bekommen beide
ein grosses Abendessen

Erzählerin (als Sals Tante):

Ja, Dean
Ich hoffe Sie werden imstande sein
für ihr Baby zu sorgen
und diesmal verheiratet bleiben

Dean:

Ja, doch ja!

Erzählerin (als Sals Tante):

Sie können nicht so im ganzen Land
herumbummeln
und mir nichts dir nichts
Babies kriegen
Die armen kleinen Dinger
wachsen hilflos heran
Sie müssen ihnen eine Chance geben
zu leben!

Ton: beginnt mit dem Schlusssong

Dean (zieht ein Bild aus der Tasche):

Von Camille
Es ist wieder ein Mädchen

Sal:

Und wer ist das?

Dean:

Das ist nur ein Bekannter.

Erzählerin steigt in den Schlusssong ein



6. Bild (1 Min. 5 Sek.)
Sal betrachtet die Fotos von Dean's Baby und philosophiert über die nachfolgende Generation: Sie werden nichts von der Zerissenheit in unserem Leben erfahren und denken wir hätten ein wohlgeordnetes und beständiges Leben gelebt. Sal's Vision von Dean als einem brennenden, schaudernden und grotesken Engel - zu allem entschlossen.
Stimmung:
Fröhliche Heiterkeit, die plötzlich wie von einem Sturmwind vom Ernst des Lebens weggefegt wird und sich dagegen behaupten und durchsetzen muss: Der Wagen singt auf dem Schrottplatz.
Mediale Inszenierung:
Sal und Dean singen gemeinsam den Schlusong "Frühmorgens aufstehen und stolz auf dem Gehsteig des Lebens dahinwandeln..."
Projektion: Fotoalbum wie im vorausgegangenen 5. Bild aber verfremdet
Ton: Schlussong
Licht: Spot auf Sal

Sal:

Dies sind die Bilder
die unsere Kinder
eines Tages
mit Neugier betrachten
und dabei denken werden
dass ihre Eltern ein
ausgeglichenes
wohlgeordnetes
vorbildlich beständiges Leben
gelebt haben:

Dean steigt in den Schlusssong ein


Ohne von unserer zerrissenen Verrücktheit
und dem Aufruhr unserer wirklichen Existenz
zu wissen
Von unserer wirklichen Nacht
Von der unsinnigen Strasse des Albtraums



EPILOG: DER WAGEN SINGT AUF DEM SCHROTTPLATZ

Der Nachruf auf Neal Cassady (Dean) und Jack Kerouac (Sal) als Textprojektion. Gegenläufig dazu der Schlussong, in dem alle Facetten der einzelnen Medien noch einmal spielerisch aufblühen.
Projektion: Das Bild steigt in den Schlussong allmählich ein.
Licht: Nach und nach Gelblicht

Textprojektion:

Nachruf

Zeitungsmeldung vom 4. Februar 1968 (AP)
San Miguel de Carlode, Mexico
Neal Cassady (Dean), 43
von San Francisco
Eisenbahnschaffner und langjähriger Exponent
der Beatnik- und Hippiegeneration
ist heute hier gestorben
Ein Polizeibericht besagt
dass Cassady bewusstlos
entlang des Eisenbahngleis aufgefunden wurde
(Er starb an einem Herzversagen)
Cassady war ein Freund
des Romanschriftstellers Jack Kerouac (Sal)
und vom Dichter Allen Ginsberg (Carlo)

Sal steigt in den Schlusssong ein

Zeitungsmeldung vom 31. Oktober 1969 (UPI)
St. Petersburg, Florida
Der Romanschriftsteller Jack Kerouac (Sal), 47
Vater der Beat-Generation der 50er Jahre
und widerwillig Grossvater der Hippie-Bewegung
starb heute an einer inneren Blutung
Kerouac war von franko-kanadischer Herkunft
und wurde über Nacht berühmt
durch die Veröffentlichung seines Romans
'On the Road' im Jahre 1957
Er schrieb 18 Bücher
die in mehreren Millionen Exemplaren gedruckt
und in 18 Sprachen übersetzt wurden
Kerouac und der Dichter Allen Ginsberg
waren die Propheten der Beat-Bewegung
welche in San Francisco und New York
ihre Hochblüte erlebt hat

Das Bild steigt in den Schlussong ein
Licht: Gelblicht voll entfaltet


Lesedauer vom Gesamttext: ca. 55 Minuten
Roadworks Prolog | Roadworks 1.Teil | Roadworks 2.Teil | zurück zu Roadworks

AV-Produktionen | Projekte | Publikationen | Kontakt