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Sendungsbewusstsein
Sendungsbewusstsein dient meist als Rechtfertigung von Expansionsbestrebungen. Seit dem Mittelalter waren in Europa die Machtansprüche der Kaiser von religiös und politisch beeinflussten Sendungsideologien motiviert; ebenso die Versuche der französischen Könige seit dem 13. Jahrhundert, die Königsmacht zu stärken und das französische Territorium zu erweitern. Seit Iwan IV war die Theorie, dass Moskau infolge seiner unverfälscht erhaltenen Rechtsgläubigkeit als Drittes Rom Nachfolgerin von Rom und Konstantinopel sei, fester Bestandteil der Herrschaftsvorstellungen der russischen Zaren. Die Beherrschung des britischen Weltreichs durch England und die heutige Vormachtstellung der Vereinigten Staaten von Amerika haben ebenfalls religiöse Wurzeln (Gods own country). Die Folgen deutscher Sendungsideologien des 19. Jahrhunderts ("am deutschen Wesen soll die Welt genesen") für das heutige Europa sind hinlänglich bekannt.
Vgl. Meyers Enzyklopädisches Lexikon in 25 Bänden, 1974
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