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Der Server im Ausland
Im Geografiestudium thematisierten wir die geschrumpfte Weltkugel und die vernetzte Welt immer wieder. Globalisierung heisst für mich, ein Bewusstsein fürs Ganze zu entwickeln. Indem ich Zeitungen lese, mich informiere, wächst die Wahrnehmung und Betroffenheit über das Lokale hinaus.
Ganz wichtig sind natürlich alle wirtschaftlichen Aspekte der Globalisierung sowie die neuen Formen der Mobilität und Kommunikation. Heute ist es möglich, in New York an einer Sitzung teilzunehmen und am gleichen Tag nach Kopenhagen an die nächste Sitzung zu reisen. Oder ich kann per Videokonferenz weltumspannend kommunizieren, ohne mich überhaupt zu bewegen. Ein weiteres Beispiel für die weltumspannende Kommunikation ist das World Wide Web.
Und doch erleben wir immer wieder, wie der Sprung in die Welt an den lokalen Grenzen scheitert. Ich arbeite in einer öffentlichen Verwaltung, wo wir unter anderem eine Website unterhalten. Die Website wird auf einem Server in Deutschland betrieben. Dieser Umstand verunsichert zahlreiche MitarbeiterInnen und hindert sie, unsere Dienstleistung zu nutzen. Sie vertreten die Meinung, dass der Server sicherer wäre, würde er im eigenen Kanton stehen. Dies ganz unabhängig von der Tatsache, dass besagter Server hervorragend geschützt ist. Offenbar vertraut man weiterhin der räumlichen Nähe viel eher und misstraut dem, was sich in der Ferne abspielt. Diese emotionale Komponente spielt bei der Globalisierung überall mit. Mein Studium hat es mir ermöglicht, das Bewusstsein für solch lokal-globale Prozesse und Widersprüche zu schärfen.
Der Begriff der Globalisierung ist für mich eher positiv besetzt, weil er für vernetztes Denken steht. Das Denken in Zusammenhängen lässt einen über das eigene kleine Umfeld hinausschauen, hilft nationale Grenzen überwinden und kommt der Entwicklung einer Weltgemeinschaft zu Gute. Bildung ist eine Möglichkeit, solche Zusammenhänge zu sehen. Und deshalb sollte Bildung allen zugänglich sein.
C.F., w, * 1970, Sozialwissenschafterin, CH
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