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.Mappamondo / Vorbemerkungen .
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fakt&fiktion. cover Ausschnitte von Mappamondo sind erschienen in: Michel, Matthias (Hrsg): 2003. fakt&fiktion7.0. Wissenschaft und Welterzählung: Die narrative Ordnung der Dinge. Zürich. Edition Collegium Helveticum Band 1 / Chronos Verlag
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Textcollage einer kleinen Welterkundung

Welche Erzählungen bringt der Globalisierungsdiskurs hervor? Wie wirkt sich das Reden und Schreiben über Globalisierung auf unsere Selbst- und Fremdwahrnehmung aus? Und mit welchen Begriffen und Denkmustern über globale Entwicklung erarbeiten wir unser Weltbild?

Um mich mit diesen Fragen auseinanderzusetzen, habe ich auf Einladung des Collegium Helveticum ein Experiment gemacht. Ich wollte herausfinden, wie ich als Medienkonsument aus den vielen mir zur Verfügung stehenden Informationsangeboten meine Sicht auf die Welt und den Globalisierungsdiskurs herausfiltere.

Als Ethnologe begab ich mich auf eine virtuelle Weltreise und sammelte im Februar 2003 - im Vorfeld des Irakkriegs - tagtäglich Textzitate zu den Begriffen "Welt", "World", "Globalisierung", "Globalisation" und "global" aus liberalen und linksliberalen Print- und Online-Medien im deutsch- und englischsprachigen Raum. Zudem interviewte ich Leute aus meinem Umfeld über ihren Umgang mit eben diesen Begriffen und ergänzte die gesammelten Materialien mit Hintergrundwissen aus Lexika und Fachbüchern.

Entstanden sind 35 Texte, die ich hier in der Reihenfolge wie ich sie gesammelt habe als Textcollage vorlege. Die Ausschnitte aus den Artikeln in den Printmedien erscheinen als Zitate mit genauen Angaben zu den Quellen. Die Interviews habe ich gekürzt.

Subjektive Weltsicht
Die Textcollage, die ein diskursives Feld zur Globalisierung aufspannt, zeigt auf, aus welchen Informationsangeboten und kritischen Überlegungen ein Mitteleuropäer wie ich - zwischen 50 und 60, männlich, gut ausgebildet - sein Weltbild und sein Verhältnis zur Globalisierung laufend konstruiert und modifiziert. Um mich in kriegerischen Zeiten gegen Desinformation und Propaganda zu schützen, verlasse ich mich nicht ausschliesslich auf kritische Medienrecherche. Ebenso brauche ich für meine Orientierung den Rekurs auf das sogenannte Alltagswissen - den Common Sense - in meinem privaten und beruflichen Umfeld. Textauswahl und Orientierungsstrategien sind somit sehr subjektiv und korrespondieren mit meiner gesellschaftlichen Situierung.

Das Experiment zeigt, wie die eigene Sicht auf die Welt durch Internetrecherchen und Umfragen spielerisch erkundet und erweitert werden kann. Mappamondo ist auch als Aufforderung zu verstehen, von den virtuellen und realen Reisen rund um den Globus Erzählungen nach Hause zu tragen, die Mut machen, sich in die Angelegenheiten unserer Weltgemeinschaft einzumischen.

Für die Begleitung dieses Experiments bedanke ich mich bei Matthias Michel und Rainer Egloff vom Collegium Helveticum. Mein herzlicher Dank geht auch an meine InterviewpartnerInnen, die mir durch die Gespräche gezeigt haben, wie unterschiedlich Welt wahrgenommen und interpretiert werden kann.

Heinz Nigg
Ethnologe und Kulturvermittler
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© 2003
tom @ netzarbeit.com 4 AV-Produktionen | Heinz Nigg