Methodenübung:

Bildrecherchen im Kreis 5

 
Erstellt auf einem Mac

MAS_Raumplanung_ETH Zürich: Modul «Räumliche Soziologie»


Einführung in ethnografische Feldforschung als Methode zur Erfassung von sozialen Situationen und Nutzungskonflikten in urbanen Räumen. Exkursion mit Feldarbeit. Dr. Heinz Nigg


Stadtethnologie beschäftigt sich mit dem städtischen Raum, städtischen Akteurinnen und Akteuren, mit Stadtbildern und dem Vergleich von Städten. Stadtethnologie untersucht Symbole und Praktiken, die den Alltag der Urbanisierung repräsentieren und mitgestalten. Stadtethnologie begreift Stadt nicht nur als gebaute Umwelt, sondern als gelebten kulturellen und sozialen Zusammenhang. Die Wahrnehmung lokaler Milieus, ihres Eigensinns, ihrer Kreativität und ihrer besonderen Lebensweise wird als bedeutsam angesehen, um die Stadt als zentralen Ort der gesellschaftlichen Entwicklung besser zu verstehen.


Methodenübung: Unterwegs mit der Kamera. Eine ethnografische Bildrecherche im vorderen Kreis 5 zwischen Hauptbahnhof Zürich und Langstrasse. Mit Studierenden der Raumplanung an der ETH Zürich / FS 2016. Aufgabestellung:


  1. Was zieht an und gefällt?

  2. Was stösst ab und nervt?

  3. Was macht neugierig?


In der Bildstrecke (anbei) finden sich 57 Fotos samt Legenden von den an der Fotorecherche Beteiligten. Einführend wurden kleine Skizzen über die Wahrnehmung des Kreis 5 von Zürich verfertigt (mental mapping). Einige dieser Mental Maps finden sich am Ende der Fotostrecke (*). Fotos und Mental Maps sind in ihrer Subjektivität einmalig. Und doch suchen wir in diesen Dokumenten nach Ähnlichkeiten, die es uns erlauben, Kategorien der Orientierung in spezifischern urbanen Situationen zu entwickeln.


(*) Subjektiver Stadtplan: relevante Elemente wie Strassen, Plätze, Gebäude usw.

blau: persönlich relevante Aktivitätszonen wie Arbeit, Freizeit, Nachbarschaft, Freunde und Bekannte, andere Formen der sozialen Kommunikation

grün: Arbeitsweg mit Wegbewertung

schwarz: Auffälligkeiten im Stadtbild (hohe emotionale Bewertung und/oder hoher individueller Wert)

rot: Brennpunkte und Spannungsfelder urbaner Entwicklung

Auswertung 


In einem weiteren Schritt werden solche und ähnliche Fotorecherchen und Mind Maps u.a. nach folgenden Gesichtspunkten ausgewertet und in raumplanerische Überlegungen einbezogen:


- Was erfahren wir Neues über ein Siedlungsgebiet?

- Wie wirkt das Siedlungsgebiet auf Aussenstehende und Insider?

- Welche urbane Qualitäten manifestieren sich in einem solchen Siedlungsgebiet?


Ethnografische Feldforschung und «mental maps» eignen sich auch als Einstieg in partizipative Planungsprozesse, um die Sicht von Betroffenen einer Siedlungsplanung frühzeitig einzubeziehen.

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