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Chronologie der Ereignisse > Zürich > 12. Oktober 1981 bis 23. März 1982

Das Ende des AJZ und der Bewegung
Datum Ereignis
12. Oktober 1981 Eine von rund 400 Leuten besuchte VV hat Verständnis für die bedrängten Arbeitsgruppen und stimmt mit grossem Mehr einer «Entrümpelungs- und Entgiftungsaktion» zu. Das AJZ wird dazu geschlossen. Die Stimmung ist schlecht. An eine umgehende Wiedereröffnung des AJZ denkt niemand mehr, man will sich Zeit lassen.
12. Oktober 1981 Eine von rund 400 Leuten besuchte VV hat Verständnis für die bedrängten Arbeitsgruppen und stimmt mit grossem Mehr einer «Entrümpelungs- und Entgiftungsaktion» zu. Das AJZ wird dazu geschlossen. Die Stimmung ist schlecht. An eine umgehende Wiedereröffnung des AJZ denkt niemand mehr, man will sich Zeit lassen.
Anfang November 1981 Leute aus den AJZ-Arbeitsgruppen treffen sich im Beisein der Trägerschaft mit VertreterInnen des Stadtrates und sprechen über das Drogenproblem, die externe Notschlafstelle und Fragen zu den Finanzen.
21. November 1981 Eine von verschiedenen mit der Bewegung sympathisierenden Organisationen angekündigte Demonstration gegen die Repression in Zürich wird verboten und durch die Polizei bereits im Ansatz verhindert.
Dezember 1981 Ein Bewegter, der sich als vierter Kandidat für das Stadtpräsidium beworben hat, stellt zusammen mit seiner Partei «Das nackte Chaos» das Wahlprogramm vor.
Mitte Dezember 1981 Eine VV in der Roten Fabrik beschliesst, das AJZ ab Weihnachten für 14 Tage zu öffnen.
24. Dezember 1981 Die Demonstration an Weihnachten, zu der ein Verein «Demonstration am 24. Dezember 1981» aufgerufen hat, wird nicht bewilligt. Sie findet nicht statt. Stattdessen: Scharmützel zwischen Bewegten und der Polizei. Das AJZ wird mit einer VV und einem Fest für 14 Tage geöffnet. Rund 600 Leute nehmen an der Wiedereröffnung teil.
Ende Dezember 1981 Die Blockierungstaktik der Stadt hat zur Folge, dass den Arbeitsgruppen Ende des Jahres praktisch keine finanziellen Mittel mehr zur Verfügung stehen. Für das kommende Jahr sieht das von der Trägerschaft und den Arbeitsgruppen ausgearbeitete Budget zudem ein hohes Defizit voraus.
Anfang Januar 1982 Der Stadtrat unterbreitet eine Vorlage über 15 Millionen Franken für den Ausbau und Umbau des Jugendhauses Drahtschmidli. Damit soll aus dem 22-jährigen Provisorium Drahtschmidli endlich ein definitives Jugendhaus werden.
Anfang Januar 1982 Nach der 14-tägigen provisorischen Wiedereröffnung diskutieren rund 300 Bewegte an einer VV, ob das AJZ weiterhin geöffnet bleiben soll: Die Fixer und Hänger setzen sich vehement gegen eine Schliessung zur Wehr; die meisten Arbeitsgruppen plädieren für die Einstellung des Betriebs.
18. Januar 1982 Eine Wahlveranstaltung des Bürgerblocks im Limmathaus, an der die Probleme im Kreis 5 zur Sprache kommen sollen, wird von Bewegten gestört.
Ende Januar 1982 Die Arbeitsgruppe «Drogen» führt im AJZ eine «Drogenwoche» durch, die viele Interessierte anzieht.
Anfang Februar 1982 Die Trägerschaft fordert vom Stadtrat einen externen Fixer-Raum, für den die «Vereinigung unabhängiger Ärzte» die Verantwortung übernehmen und die Betreuung organisieren soll. Das Sozialamt verspricht, das Projekt zu prüfen - es geschieht jedoch nichts mehr in dieser Angelegenheit.
5. Februar 1982 Im Dachstock des AJZ wird Feuer gelegt. Verschiedene Räumlichkeiten werden zerstört.
Ende Februar 1982 Die Arbeitsgruppe «Drogen» beschliesst, das AJZ nur noch freitags, samstags und sonntags zu öffnen. An den übrigen Tagen wird das AJZ mit einem Maschendraht umzäunt und bewacht. Drogensüchtige und DealerInnen verunmöglichen jedoch, diesen Beschluss durchzusetzen.
7. März 1982 Die Bürgerlichen gewinnen die Stadtratswahlen. Alle fünf Kandidaten der bürgerlichen Koalition werden gewählt, Stadtpräsident wird Thomas Wagner (FdP). Die Antwort militanter Gruppen: Das Rathaus wird mit Farbe beschmiert, an drei verschiedenen Orten in der Innenstadt wird Feuer gelegt und der Handel an der Börse durch eine Rauchpetarde lahmgelegt.
Mitte März 1982 Die Trägerschaft beschliesst, das AJZ vorübergehend zu schliessen. Das Vorhaben lässt sich jedoch nicht durchsetzen.
17. März 1982 Die Trägerschaft gibt auf. Sie löst den Vertrag mit der Stadt Zürich per sofort auf und gibt die Schlüssel für die Gebäude an der Limmatstrasse 18-20 zurück. Noch am selben Tag lässt der Stadtrat das Areal räumen, wobei 118 Personen, die sich noch im AJZ befinden, festgenommen werden. Zur selben Zeit finden in Winterthur die ers-ten Geschworenengerichtsprozesse gegen Angeklagte aus der Bewegung statt. Während die Justiz mit aller Härte gegen die Angeklagten aus der Bewegung vorgeht, verlaufen die meisten der rund 180 Strafverfahren gegen Polizeibeamte im Sande oder enden mit einem Freispruch.
23. März 1982 Das AJZ wird abgebrochen. Nur noch militante Gruppen reagieren: Ausschreitungen und Sachbeschädigungen in der näheren Umgebung des ehemaligen AJZ.
28. März 1982 Eine Demonstration von rund 1000 Bewegten gegen den Abbruch wird mit Tränengas aufgelöst.
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