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Chronologie der Ereignisse > Zürich > 28. Juni bis 4. September 1980

Von der Eröffnung bis zur ersten Schliessung des Autonomen Jugendzentrums
Datum Ereignis
28. Juni 1980 Mit einer Vollversammlung und einem Fest wird das autonome Jugendhaus an der Limmatstrasse 18-20 eröffnet. Die dringendsten Renovierungsarbeiten wurden bereits am Vormittag erledigt.
2. Juli 1980 In der Fernsehsendung «Telebühne» soll darüber diskutiert werden, in welchen Fällen Widerstand gegen die Staatsgewalt legitim ist. TeilnehmerInnen sind PolitikerInnen verschiedener Parteien sowie VertreterInnen der wenige Wochen alten Jugendbewegung. Die 10 Jugendlichen machen sich durch fastnächtliche Kostüme bemerkbar sowie durch Johlen, Klatschen, Pfeifen, Seifenblasen und Luftballons. Damit hindern sie vor allem die Repräsentant-Innen der Rechten am Reden. Die «Telebühne» wird vorzeitig abgebrochen.
12. Juli 1980 Vor dem AJZ versammeln sich rund 200 Personen, um für die Einstellung der Strafverfah- ren zu demonstrieren. Der unbewilligte Demonstrationszug wird von der Polizei aufgelöst: Massive Auseinandersetzungen zwischen den Bewegten und der Polizei, die bis am Sonntagmorgen andauern. Mehr als hundert Personen werden verhaftet. In der folgenden Woche wird in den Medien über das polizeiliche Vorgehen heftig diskutiert.
15. Juli 1980 Zu einem Rundtischgespräch am Schweizer Fernsehen DRS mit VertreterInnen des Stadt-rats, der Polizei und der SP delegiert die Bewegung zwei VertreterInnen, die sich als Anna und Hans Müller präsentierten. Anstatt, wie erwartet, den Bewegungsstandpunkt zu vertreten, nehmen diese im Verlaufe des Gesprächs den ins Absurde übersteigerten Gegenstandpunkt eines Durchschnittbürgers aus der «Schweigenden Mehrheit» ein.
17. Juli 1980 Zehn in bekannter Müllerscher Manier aufgemachte Jugendliche laden zu einer Pressekonferenz ins Jugendzentrum - und sagen nichts.
19. Juli 1980 Auf dem Hirschenplatz findet eine behördlich bewilligte Demonstration statt. Die Bewegten protes-tieren gegen das Vorgehen der Polizei am 12. Juli.
1. August 1980 Das Thema «Einstellung der Strafverfahren» wird von neuem aufgegriffen: Grossdemonstration mit rund 4000 Personen.
9. August 1980 Mit einem «Aktionstag für die Pressefreiheit» protestieren die Gruppe TV Zürich des Syndikats Schweizerischer Medienschaffender (SSM) und die Schweizerische Journalisten-Union (SJU) gegen die Druckversuche, die von PolitikerInnen und Wirtschaftskreisen in letzter Zeit auf die Medien ausgeübt werden.
23. August 1980 Von SympathisantInnen der Bewegung wird der «Verein pro AJZ» gegründet, mit dem Ziel, die Zürcher Bewegung finanziell und ideell zu unterstützen.
29. August 1980 Wohnungen der städtischen Siedlung Rebhügel werden besetzt. Noch am selben Tag räumt die Polizei die Häuser.
30. August 1980 Ausschreitungen mit Plünderungen, Sachbeschädigungen und einer Brandstiftung im Raum Bellevue im Anschluss an eine unbewilligte Demonstration von rund 1000 Jugendlichen.
4. September 1980 Um 5.15 Uhr nimmt die Kantons- und Stadtpolizei aufgrund eines Hausdurchsuchungsbefehls der Bezirksanwaltschaft Zürich eine gemeinsame Razzia im Jugendhaus (AJZ) an der Limmatstrasse 18-20 vor. 137 Personen, davon 66 AusländerInnen, werden ins Kripo-Gebäude gebracht. Die Polizei stellt Diebesgut, Betäubungsmittel und Waffen sicher. Die Ergebnisse der Razzia werden als Grund für die sofortige Schliessung des AJZ genannt. Die folgende VV will zwar die Schliessung nicht hinnehmen; über das Vorgehen ist sie aber gespalten: Während eine Mehrheit der rund 1500 Anwesenden sich gegen sofortige Auseinandersetzungen ausspricht und für eine Grossdemonstration am Samstag plädiert, ist eine militante Minderheit von etwa 200 an der VV nicht erschienen und kämpft vor dem AJZ mit Steinen und Flaschen gegen die sich im AJZ verschanzte Polizei. Heftige Auseinandersetzungen in der Gegend der Bahnhof- und Löwenstrasse.
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