80er_Logo wir wollen alles
.
Home

Chronologie

Porträts

Mails

Dokumente

Bibliografie

Buch

Links

Sponsoren

Chronologie der Ereignisse > Zürich > Juni 1968 bis Mai 1980

Juni 1968 bis Mai 1980: Vorgeschichte
Datum Ereignis
Juni 1968 Der Stadtrat bewilligt eine zweitägige Veranstaltung im leerstehenden Globus-Provisorium. Mehrere tausend Jugendliche nehmen daran teil. Es wird ein «Provisorisches Aktionskomitee für ein autonomes Jugendzentrum» gewählt. Dem Stadtrat wird ultimativ mit der Globus-Besetzung gedroht, falls den Jugendlichen bis zum 1. Juli kein geeignetes Lokal für Grossveranstaltungen zur Verfügung steht.
29. Juni 1968 Nachdem der Stadtrat im Globus-Provisorium keine weiteren Versammlungen gestattet und auch sonst nicht auf das Ultimatum der Jugendlichen eingeht, versammeln sich rund 2000 DemonstrantInnen auf der Bahnhofbrücke. Die Polizei greift sofort ein. Jugendliche und Polizei liefern sich zwei Tage lang heftige Kämpfe.
Juli 1968 Namhafte Persönlichkeiten veröffentlichen das «Zürcher Manifest», das an der städtischen Jugendpolitik Kritik übt. Die Stadtbehörden bewilligen einen Kredit von 200000 Franken zur Ausarbeitung einer baureifen Projektvorlage für die Drahtschmidli-Überbauung.
Dezember 1969 Jugendliche aller politischen Richtungen bilden eine Kommission zwecks Gründung eines «Vereins Autonomes Jugendzentrum».
Juli 1970 Im Volkshaus findet eine Vollversammlung (VV) statt. Rund 600 Personen nehmen daran teil. Das städtische Bunker-Angebot wird gutgeheissen.
30. Oktober 1970 Der Lindenhof-Bunker wird eröffnet.
November 1970 Die zunehmende Konzentration von Drogenfällen im Bunker erfordert den Einsatz mehrerer SozialarbeiterInnen, die jedoch von der städtischen Behörde nicht zur Verfügung gestellt werden. Das Komitee hält sich in der Folge nur noch beschränkt an die behördlichen Auflagen und lässt Übernachtungen im Bunker zu.
14. Dezember 1970 Der Stadtrat stellt dem Bunker-Komitee ein Ultimatum zur Wiederherstellung der vereinbarten Ordnung binnen drei Wochen, andernfalls werde der Bunker geschlossen.
28. Dezember 1970 An einer VV beschliesst die Mehrheit der über 500 Teilnehmenden, auf das Ultimatum der Stadt nicht einzugehen und für die Autonomie des Bunkers zu kämpfen.
31. Dezember 1970 Gründung der «Autonomen Republik Bunker» als Zwergstaat.
6. Januar 1971 Im Volkshaus findet eine VV mit Stadtpräsident Widmer statt. Das städtische Ultimatum wird, trotz des Angebots einer städtischen Notschlafstelle für 30 Personen abgelehnt. Der Bunker, in welchem sich eine «Sozialistische Kampfgruppe» zur Verhinderung einer polizeilichen Besetzung eingeschlossen hat, wird von der Polizei umstellt. Nach 68 Tagen wird das Bunker-Experiment abgebrochen.
18. Dezember 1972 Das wiedereröffnete Drahtschmidli wird nach einer vorübergehenden Besetzung durch Jugendliche polizeilich geräumt.
30. Juni 1974 Die Stimmberechtigten lehnen das Drahtschmidli-Gemeinschaftsprojekt ab. Selbst die Jugendlichen wenden sich gegen die Vorlage, da sie nicht ihrer Forderung nach Autonomie entspricht.
27. September 1977 Die Stimmberechtigten beschliessen die Umwandlung der Roten Fabrik in ein Begegnungs- und Kulturzentrum.
12. November 1977 Eröffnung des Schindlerguts (Schigu), als Ersatz für das Drahtschmidli, das im Herbst 1981 abgebrochen werden soll.
16. November 1977 Die erste VV im Schigu lehnt ein Delegiertensys-tem ab. Die BenützerInnen fordern die Vollversammlung als oberstes, beschlussfassendes Organ.
24. Mai 1978 Die VV spaltet sich aufgrund von Meinungsverschiedenheiten die Bewilligung von Übernachtungen im Schigu betreffend. Es wird über die Besetzung des Schigus bei etwaiger Schliessung diskutiert.
29. Mai 1978 Das Schigu wird von rund 150 Jugendlichen besetzt.
6. Juni 1978 Das Schigu wird durch die Polizei geräumt.
Herbst 1979 Die Arbeitsgemeinschaft «Rock als Revolte» (RAR) formiert sich. Ihr Anliegen ist es, die Musikszene in Zürich zu verbessern, d.h. eine Alternative zu kommerzialisierten Konzerten zu schaffen sowie Räumlichkeiten für Musikertreffen, Feste und Diskussionen zu beschaffen.
Dezember 1979 Im Polyfoyer treffen sich rund 600 Jugendliche. Sie protestieren gegen die einseitige Verteilung der Kulturgelder sowie die hohen Preise für Rockkonzerte, und sie beanstanden den Mangel an geeigneten Räumlichkeiten.
Januar 1980 Zu den öffentlichen VVs im Januar 1980 erscheinen jeweils rund 50 Personen. Immer mehr Jugendliche sind bereit, sich zu engagieren.
23. Januar 1980 Die «Interessengemeinschaft Rote Fabrik» (IGRF) wird aktiv.
Februar 1980 Die «Aktionsgruppe Rote Fabrik» (ARF) wird gegründet. Sie besteht aus verschiedenen Einzelpersonen, aus den Gruppen RAR, «Kommunistischer Jugendverband», «Jungsozialisten», «Freaks am Friitig» etc. Zum Semesterende wird der ARF mitgeteilt, dass ihr das Polyfoyer nicht mehr zur Benutzung offen steht. Wegen der hohen Eintrittspreise werden kommerzielle Konzerte gestört.
12. März 1980 Jugendliche wollen mit dem Stadtrat direkt verhandeln und fordern eine grosse Halle für Konzerte und Versammlungen.
26. März 1980 Die Antwort des Stadtrates ist negativ.
Ende März 1980 Die ARF verfasst einen Brief, in welchem abermals gefordert wird, den Jugendlichen Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen.
April 1980 Während des Sechseläutens besetzt die Gruppe «Luft & Lärm» die Unterführung an der Langstr.
8./9. Mai 1980 Nach einem Konzert veranstaltet ein Teil der BesucherInnen in der Roten Fabrik ein illegales Fest. Jugendliche stellen dabei fest, dass sich kommerzielle Firmen in der Roten Fabrik eingemietet haben, worauf das Warenlager eines Kleidergeschäfts geplündert wird.
17./18. Mai 1980 An einem Protestfest in der Roten Fabrik dis-kutieren Jugendliche, wie sie ihren Forderungen nach Räumen für ihre Kultur Ausdruck geben sollen. Für den 30. Mai wird eine Demonstration gegen die Opernhausvorlage angekündigt.
goFortsetzung der Chronologie Zürich
backÜbersicht Chronologie Zürich